Reaktionen auf den Rücktritt von Christian Schwandt auf LN-online.de Die überraschende Kündigung des Lübecker Theaterdirektors Christian Schwandt zum Juli 2020 aus Frust über die dauernde Sparpolitik des Landes Schleswig-Holstein sorgt weiter für Diskussionen in der Stadt und darüber hinaus. Die Gesellschaft der Theaterfreunde Lübeck bedauert den Rücktritt von Christian Schwandt. Dass die Unzufriedenheit zuletzt gewachsen sei, habe sich abgezeichnet, sagte deren Vorsitzende Anne-Dore Brütt-Schwertfeger. Und dass Schwandt seinen Vertrag nicht verlängern würde, damit habe sie gerechnet. Dass der Schritt jetzt aber so rasch komme, das habe bei ihr doch erst mal zu einer kleinen „Schockstarre“ geführt. „Er hat wirklich für das Haus gekämpft, er hat etwas gerissen“, sagte sie.

Als Mitglied im Aufsichtsrat der Theater gGmbh wisse sie um die Gesamtsituation des Hauses. Es mache sie traurig, dass das jetzt zu diesem Ende komme, aber sie könne den Schritt nachvollziehen. Es sei in erster Linie das Land gefordert bei einer hinreichenden Finanzierung des Theaters. Die Stadt sei an ihre Grenzen gekommen, und die Spielräume des Theaters bei Einsparungen seien ausgereizt. Es habe ja in den letzten Jahren schon Einschnitte beim Personal und beim Angebot gegeben. Wer das fortführe, beschädige die Qualität und verleihe einer Abwärtsspirale weiter Schwung. Ein Rückhalt für das Theater in der Bevölkerung jedenfalls sei vorhanden. Das merke sie auch bei ihrer Gesellschaft mit zurzeit etwa 360 Mitgliedern (bei gut 230 Mitgliedschaften) die weiter Zulauf erhalte. Bei Oliver Grundei, dem Staatssekretär im Kieler Wissenschaftsministerium, habe sie vor etwa zwei Wochen um einen Gesprächstermin wegen ihrer Sorge um das Theater gebeten, aber bislang keine Antwort erhalten.

„Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet“ Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau sagt: »Ich bedaure die Entscheidung von Herrn Schwandt außerordentlich. Herr Schwandt hat große Verdienste bei der Fortentwicklung und wirtschaftlichen Führung des Theater Lübeck. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Die Kritik an der Landesregierung im Umgang mit den Theatern im Land teile ich. Die finanzielle Not darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Hätte die Hansestadt Lübeck sich in den vergangenen Jahren so verhalten, wie das Land jetzt, wäre das Theater Lübeck heute nicht mehr existent.«

In diesem Jahr haben mit Hanna Funke und Lina Sandersfeld zwei Schülerinnen der Ernestinenschule zu Lübeck den 1.Platz mit ihrem gemeinsamen Plakatentwurf belegt. Mit ihrem Entwurf wird für Mozarts Große Oper »Die Zauberflöte« an Litfaßsäulen sowie im Theater Lübeck geworben. Den 2. Platz errang Helena Lescow vom Katharineum zu Lübeck, der 3. Platz ging an Zoky Deh vom Katharineum zu Lübeck. 

Begrüßt wurden die Preisträgerinnen und Preisträger zur Preisverleihung im Rahmen der Kostprobe >Die Zauberflöte<  auf der Großen Bühne des Theater Lübeck von der Operndirektorin Dr. Katharina Kost-Tolmein. Anne-Dore Brütt-Schwertfeger und Angelika Zelck überreichten im Namen der Gesellschaft der Theaterfreunde die Preisgelder - 1. Platz 250 € - 2. Platz 150 -  € 3. Platz 100 €.  

Unser Mitglied, Wolfgang Schümann, war dem Theater sehr zugetan, was er mit seiner Bitte, zu seinem 75. Geburtstag kein Geld für Geschenke auszugeben, sondern lieber als Spende an die Gesellschaft der Theaterfreunde zu geben, besonders zum Ausdruck gebracht hatte. Nun ist Herr Schümann leider verstorben, aber er hat auch posthum für unser Theater Lübeck gesorgt. Statt Blumen auf sein Grab zu legen, sollten die Trauergäste lieber eine Spende an die GTL geben. 

So sind 970,00 € zusammengekommen und wir nehmen diesen Betrag dankbar an und werden ihn im Sinne von Herrn Schümann für das Theater Lübeck verwenden. Den Hinterbliebenen möchten wir unser Mitgefühl aussprechen.

Im Namen des Vorstands der GTL - Anne-Dore Brütt-Schwertfeger

Bei der Aktion »Die Bretter, die die Welt bedeuten!« zu Gunsten des Theater Lübeck, können Sie sich als Theaterbesucher ein Stück des Bühnenbodens aus der Drehscheibe des Großen Hauses sichern – das ganze Ensemble hat hierauf gespielt! Bei den folgenden Aufführungen wird es einen Stand der Gesellschaft der Theaterfreunde im Parkett Großes Haus vor Beginn der Vorstellung sowie in der Pause geben:

Oliver!  Fr 17/11, 19.30 Uhr, Fr 24/11, 19.30 Uhr

Sunset Boulevard Do 07/12, 19.30 Uhr

In der Bar »Zum Krokodil« – Die Comedian Harmonists  So 26/11, 18.00 Uhr, Mi 13/12, 19.30 Uhr

Labor – Mutter Courage  Sa 18/11, 19.30 Uhr, Fr 15/12, 19.30 Uhr

10. Oktober 2017 Die Gesellschaft der Theaterfreunde fördert die Neuproduktion  "Der ferne Klang" von Franz Schreker mit € 10.000,00. Mit der Neuinszenierung von Jochen Biganzoli möchte das Theater Lübeck das „viel zu selten gehörte Stück > Der ferne Klang<  wieder aufleben lassen. "Es ist ein Projekt, auf das wir uns sehr konzentrieren und für das Theater eine besondere Herausforderung ist. Riesengroße Bühnenmusiken werden unser Haus zum Glänzen bringen", sagt Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein. Alle  Spitzenkräfte des Hauses werden für die Inszenierung der Oper benötigt, sagt Andreas Wolf, kommissarischer GMD. Hohe Aufwandskosten, die ohne Förderung für das Theater Lübeck nicht zu tragen gewesen wären.